Der Rothirsch ist mit einer Körperlänge von rund zwei Metern und einem Gewicht von bis zu 300 Kilogramm das größte und stolzeste Schalenwild unserer Reviere. Hirsche leben in Rudeln aus Alttier und Kälbern; alte, erfahrene Platzhirsche stehen oft allein. Gehör und Witterung sind außergewöhnlich fein ausgeprägt, ein Hirsch nimmt einen Menschen schon auf große Distanz wahr.
In den Flussauen der Prypjat und am Rand der Puschtscha findet der Rothirsch offene Sumpfwiesen zum Äsen und dichten Altbestand zum Einstehen — genau die Mischung, die für gesunde Bestände und kräftige Geweihe sorgt. Zu den natürlichen Feinden zählen Wolf und Luchs, die den Bestand auf natürliche Weise in Bewegung halten.
Pirsch und Ansitz
In den Morgen- und Abendstunden wird der Hirsch zu Fuß angepirscht oder von Kanzel und Hochsitz aus erwartet. Beide Methoden verlangen einen sicheren Schuss aus freier Hand oder vom Zielstock.
Lockjagd zur Brunft
Während der Brunft im September ist der Hirsch aktiv und ruffreudig — mit der Hirschlocke lässt sich der Ruf des Platzhirschs täuschend echt imitieren. Am wirkungsvollsten in den frühen Morgen- und späten Abendstunden, wenn der Jäger sich lautlos und rechtzeitig in Rufweite des Brunftplatzes bringt.
Drückjagd nach der Brunft
Ist die Brunft vorüber, wird revierweise mit Treibern gejagt: Schützen beziehen Stand in sicherem Abstand zueinander, während der Hirsch dem Treiben entkommt. Eine Gruppenjagd, die Erfahrung und klare Absprachen zur Schussbahn voraussetzt.
